Netzwerk-CM Schweiz

Netzwerk Case Management Schweiz ist ein Verein von im Gesundheits-, Sozial- und Versicherungsbereich tätigen Personen und Institutionen, die mit der Methode des Case Management arbeiten.

CM-Tagung 2004

22. September 2004

An der letztjährigen Case-Management-Tagung im September 2003 wurde die Case-Management Landschaft in der Schweiz mit Praktikerinnen und Interessierten erstmals sichtbar gemacht und aktuelle Bedürfnisse bezüglich der Entwicklung dieses Verfahrens aufgezeigt. Deutlich spürbar wurde ein wesentlicher Aspekt des Case-Management (CM), die Interdisziplinarität und die damit verbundene Frage, ob CM eine gemeinsame Sprache benötigt.

In der Zwischenzeit hat sich aus dem losen Netzwerk der früheren Jahre der Verein Netzwerk Case Management Schweiz gebildet, der Vorstand hat seine Tätigkeit nach der Gründung im März 2004 aufgenommen und seine Arbeitsfähigkeit hergestellt. Der Verein hat sich hohe Ziele gesteckt. Die Weiterentwicklung der Methode mit all ihren Facetten in der Schweiz, Vernetzung und Schulung werden Themen der zukünftigen Tätigkeit sein.

Die Entwicklung in der Case Management-Landschaft geht rasant vor sich. Case Management wird in vielen Gebieten im Gesundheits- und Sozialwesen und im Versicherungsbereich ange-wandt. Inspiriert von der letzten Tagung, wurde das Thema „Standards“ im Case Management als Motto der diesjährigen Tagung gewählt mit dem Ziel, eine gemeinsame fachliche Grundlage und einen Orientierungsrahmen zu finden, welcher den Ansprüchen der Fachkräfte in einem breiten, interdisziplinären Umfeldes gerecht werden kann.

Nach einer offiziellen Begrüssung durch Präsident Roland Woodtly und Vize-Präsidentin Marianne Hutmacher des Vereins Netzwerk Case Management Schweiz vermochte Professor Peter Löcherbach, Dozent der Katholischen Fachhochschule Mainz mit seinem anregenden Vortrag zum Thema „Case Management ist mehr als….“ die Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Er regte an, darüber nachzudenken, dass Case-Management nicht nur eine schöne Idee ist, deren man sich einfach bedienen kann und das Titel und Begrifflichkeiten auf dem Papier selbst noch keine Verbesserungen oder Änderungen zu vollbringen vermögen. Umsetzung und Entwicklung sind gefragt und dies nicht nur institutionsspezifisch sondern auch institutionsübergreifend in einem interdisziplinären Umfeld. Erst dann können Standards als Raster für ein breites CM-Umfeld dienen und die Methode schützen. Standards sind das Ergebnis eines Prozesses. Dieser und dessen Qualität wird von allen Tätigen im Case Management-Umfeld aktiv mitgestaltet. Somit stellte er in der Folge auch die Fragen: Wer macht überhaupt Case Management? Wer macht welche Art von Case Management? Im Weiteren hielt er fest, dass Case Management mehr ist als „managen“ und in der Umsetzung und Anwendung wesentlich von der Haltung des Empowerment und den ethischen Grundhaltungen der Anwender/innen getragen wird.

Nach diesem schwungvollen Vortrag wurden fünf interessante Case-Management Modelle im Rahmen von „Best practice“ vorgestellt, die einen umfassenden Einblick in das breite Tätigkeitsfeld von Krankenversicherungen, Beruflicher Eingliederung, Rehabilitation, Psychiatrischer Versorgung und Stationärer Pflege gaben.

Nach den Best-Practice Vorträgen wurden die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Duft des Essens in die Mittagspause gelockt. Das Buffet, welches auch dieses Jahr durch das Integrationsprojekt der Asylorganisation der Stadt Zürich „Paprika“ ausgerichtet wurde, war eine wahre Freude anzusehen und sichtlich schmeckte es auch hervorragend.

Am Nachmittag ging es daran, in berufsspezifisch gebildeten Gruppen (Berufliche Eingliederung, Sozialarbeit, Versicherungen, Ärzte und Pflege, Arbeitgeber, unabhängige CM) das Thema Standards zu diskutieren. In den einzelnen Gruppen fand ein intensiver Austausch statt, der die Workshopleiterinnen und -leiter herausforderte und wieder einmal aufzeigte, dass der Transfer von Theorie in die Praxis und umgekehrt eine kontroverse und vielschichtige Angelegenheit ist. Fazit dieser Workshops war, dass der als Diskussionsgrundlage dienende Standard-Entwurf als Basis für eigene Standards in der Schweiz dienen kann, es jedoch sicher Anpassungen bedarf vor allem hinsichtlich des Sprachgebrauches (Begrifflichkeiten) und Einbezug ethischer Fragestellungen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein weiterer Grundstein auf dem Weg zu Case Management Standards in der Schweiz gelegt wurde. Unbestritten ist es, dass noch viele Schritte gegangen werden müssen, damit die Standards den Ansprüchen der Case Management Welt in der Schweiz gerecht werden und als kleinster gemeinsamer Nenner einen gemeinsamen Orientierungsrahmen in einer akzeptierten Definition darstellen.

Diesen Weg gilt es für das Netzwerk CM Schweiz mit Engagement weiter zu gestalten und dabei auch weiterhin auf die Inputs aller Interessierten und Praktizierenden zu bauen.

Heike Bartels

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