Netzwerk-CM Schweiz

Netzwerk Case Management Schweiz ist ein Verein von im Gesundheits-, Sozial- und Versicherungsbereich tätigen Personen und Institutionen, die mit der Methode des Case Management arbeiten.

3 Fragen an...

Claudia Merki - 15. Februar 2017

… Pino Manca, Leiter Case Management, AEH AG Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG*

 

1. Wodurch zeichnet sich das Case Management bei AEH AG aus?

AEH AG ist gesamtschweizerisch für Versicherungen und Betriebe tätig und bedient sich der bewährten Prozesssystematik des Netzwerks CM Schweiz. Die einzelnen Prozesse werden zusätzlich in die Phasen wie Analyse Integrationspotential, Förderung, Integration, unterteilt. Transparenz, Neutralität und das Einhalten der Datenschutzrichtlinien sind für uns sehr wichtig. Das Team kann jederzeit weitere interne Fachkräfte wie Ärzte, Psychiater, Therapeuten, Arbeitsmediziner, Psychologen und Ergonomen einbeziehen. Zusammen mit dem internen Austausch, der permanenten Fortbildung sowie Inter- und Supervision ergibt sich eine sehr hohe Fachkompetenz. Aufgrund der tiefen Fallzahl pro CM zu Gunsten der Qualität, resultiert eine grosse Betreuungsqualität und ein gutes Kulturverständnis für Betriebe. Diese Faktoren führen zu einer hohen und nachhaltigen Reintegrationsrate mit kurzen Laufzeiten.

 

2. Inwiefern hat sich das Case Management in den letzten Jahren verändert?

Unterschiedliche Erwartungen und Interpretationen durch die Prozessbeteiligten sowie die Suva Studie haben dazu geführt, dass der Erfolg des Case Management etwas in die Kritik geraten ist.Versicherungen sind noch stärker auf die Reduktion des Taggeldes fokussiert und leiten dadurch nur sehr auserwählte Fälle ins Case Management. Die Unterstützung in die Breite leidet darunter und Betroffene mit z.B. einer psychischen Erkrankung werden sich alleine überlassen.Betriebe verlassen sich weiterhin häufig auf die Versicherungen und gehen die Reintegration ihrer Mitarbeitenden immer noch zu wenig proaktiv an. Ein betriebliches Gesundheitsmanage-ment als Prävention sowie ein besserer Austausch zwischen Betrieb und Versicherung in der Reintegration der Mitarbeitenden durch ein Case Management würde vieles vereinfachen und die verschiedenen Bedürfnisse, Erwartungen und den Erfolg um einiges verständlicher machen. Betroffene, die an einer Gesundheitsproblematik leiden, erwarten heutzutage auch die Hilfe eines Case Managements, um den Weg zu Beruf und Familie wieder zu finden.

  1. Psychische Erkrankungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine frühe Unterstützung bringt sehr gute Erfolge. Es liegen sehr gute Studien über den Erfolg von Case Management vor (win-win Situationen für alle Beteiligte). Dennoch muss sich das CM aufgrund der unterschiedlichen Erwartungen der verschiedenen Akteure immer mehr beweisen. Weiter ist die Frage der Erfolgsmessung zentraler geworden. Das Hinterfragen, aus wessen Sicht dieser Erfolg auch als solcher gewertet werden kann, wird uns weiterhin stark beschäftigen.

 

3. Welche Änderungen in Bezug auf CM sehen Sie in nächster Zeit auf das Gesundheitswesen und weitere Akteure wie Versicherung und Bildung zukommen?

Das Case Management wird sich weiter entwickeln und neue Elemente in die Gesamtbetreuung aufnehmen, z.B. Coaching von Betroffenen und Mitbeteiligten. Das Zusammenspiel der Sozialversicherungen im Sinne einer raschen und nachhaltigen Gesamtbetrachtung wird sich weiter verbessern müssen. Das Potential für Case Management bleibt weiterhin gross.

 

*Die AEH AG in Kürze

AEH AG ist ein führendes und interdisziplinäres Kompetenzzentrum in den Bereichen betriebliches Gesundheitsmanagement und Individualbetreuung. Für Betriebe und Versicherungen erbringt es massgeschneiderte Lösungen. Mit Case Management, Versicherungsmedizin, Arbeitsmedizin (Kompetenzzentrum für psychosoziale Risiken) und dem betrieblichen Gesundheitsmanagement ist es mit hoher Fachkompetenz in Sachen Prävention und Reintegration für die Kunden da.

 

Foto: zvg

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